14.5.13 Unsere erste Woche auf Weltreise

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Am 8.5. starteten wir Richtung Buenos Aires. Nach einem letzten Bier in Luzern im Luz stiegen wir in den Zug nach Zürich Kloten. Dort, wer hätte das gedacht, trafen wir noch auf John, was uns sehr gefreut hat. Die Aufregung und Vorfreude wichen den Abschiedstränen. Schon nach kurzer Zeit war klar, unser Flieger wird Verspätung haben und der Anschlussflug wird schwierig zu erwischen sein. So war es dann auch und die flotte Flight Attendend wies alle darauf hin, dass in Frankfurt ein Schalter geöffnet sein wird, um das Weitere zu klären. Wir verbrachten also die erste Nacht in Frankfurt auf Kosten der Lufthansa…

Da unser Flieger am nächsten Tag erst um 22 Uhr startete, erkundeten wir am Donnerstag Frankfurt mit einem Spaziergang am Main entlang. In der Main Beach Bar genehmigten wir dann unser erstes Bier und stiessen auf unsere Reise an. Für alle, die mal da eins trinken gehen, Vorsicht vor den Tauben, setzt euch nicht unter die Bäume… Aber soll ja Glück bringen. Vor allem, wenn es gleich beide trifft…

Unser Weiterflug klappte danach reibungslos. Um 7 Uhr Morgens am Freitag kamen wir in Buenos Aires an. Nach Thomas’  zähen Verhandlungen um den Taxipreis, sie verlangten zuerst das Doppelte, fuhren wir los Richtung Stadt. Da 8 Uhr morgens für Argentinier herrgottsrüh ist, war der Verkehr verhältnismässig ruhig. kurz vor neun waren wir dann vor unserem B&B (Giorgios House, sehr empfehlenswert). Unsere Gastgeberin Ana, empfing uns vor der Haustüre. Sichtlich noch etwas müde, erklärte sie uns, dass neun Uhr für Argentinier sehr früh sei und sie noch ziemlich müde. Unser B&B befand sich im 7. Stock mitten an einer verkehrsreichen Strasse. Aber wir hatten eine hübsche kleine Dachterrasse, die vom Lärm fast verschont blieb. Sie wurde zu unserer Oase in dieser Millionenstadt. Ana empfing uns mit der typischen Gastfreundlichkeit der Argentinier. Sie sprudelte gleich los, was es alles zu sehen gibt in Buenos Aires. Das macht Lust, die Stadt zu erkunden. Um 10 Uhr musste sie dann ins Büro…

In Buenos Aires gibt es verschiedene Quartiere anzusehen. Wir entschieden uns als erstes für „Palermo“, ein schönes Quartier mit vielen kleinen Läden von einheimischen Designern und modernen und hippen Restaurants. Die Häuser sind meist 2-3 stöckig und die Atmosphäre ist sehr entspannt. Da ich schon mal in Buenos Aires war, dachte ich, ich wüsste, wie das Busfahren funktioniert. Ich wusste noch, dass man zwingend Münzen benötigt, um mit dem Bus zu fahren. Deshalb gingen wir in den nächsten Kiosk und kauften etwas, damit wir zu den Münzen kommen. Aber der Preis ist inzwischen so angestiegen, dass wir nicht genug hatten. Der Busfahrer war schon sichtlich genervt als er sah, dass wir nicht genug haben. Ein netter Argentinier hinter uns sah unser Problem und spendierte uns das Ticket. So sind sie, die Argentinier!  So ging unser erstes Busfahrabenteuer los. Als plötzlich alle Fahrgäste ausstiegen, bemerkten wir, dass wir die ganze Zeit in die falsche Richtung unterwegs waren. So stiegen wir mit erneut zu wenig Münz in den nächsten Bus und versuchten mit Noten beim Busfahrer zu bezahlen. Das funktioniert natürlich nicht. Aber der nette Busfahrer zückte seine eigene Buskarte, entwertete sie und wir bezahlten ihm den Betrag. So sind sie…

Um sechs Uhr stiegen wir in den Bus und mehr als eine Stunde später kamen wir am Ziel an. Wir waren zur Rush Hour im Bus, was eine sehr enge Angelegenheit ist. Aber die Fahrt war sehr spannend. Müde von der Stadt, gingen wir zum Supermarkt und kauften eine Literflasche Quilmes und machten es auf unserer Dachterrasse gemütlich. Wir  haben an diesem Tag viel über das Vorwärtskommen in Buenos Aires gelernt.

Am zweiten Tag gabs um 10 Uhr Frühstück von Ana, die uns wieder viele Tipps über die Stadt gab. Wir entschieden uns, nach La Boca zu fahren. In weiser Voraussicht wechselten wir bei Ana noch ein paar Münzen für den Bus. La Boca ist ein Arbeiterviertel, wo hauptsächlich Einheimische wohnen und ausserhalb der Touristenmeile nicht ungefährlich. El Caminito, die berühmteste Strasse des Quartiers, ist mit Häusern in allen Farben (wurden mit der restlichen Farbe der Frachtschiffe angemalt) bestückt und an jeder Ecke wird Tango getanzt. Der Kunsthandwerksmarkt lädt zum stöbern ein, aber wir können ja nicht schon am zweiten Tag unsere Rucksäcke mit Souvenirs füllen. Hart, aber ich habe mich zurückgehalten. In La Boca steht auch das Stadion der Boca Juniors, la Bombonera, ehemaliger Club von Diego Maradona. Wir liessen es uns nicht nehmen, dieses zu besichtigen. Leider war kein Spiel in der Zeit, wo wir da waren. Sonst wäre ich sogar wieder mal an einen Fussballmatch! Nach la Boca wollten wir noch zum Puerto Madero. Im Reiseführer entnahmen wir, dass der Bus Nr. 29 der „magic bus“ ist, der an allen wichtigen Stationen hielt. Da wir vorgesorgt haben und genügend Münz in der Tasche hatten, konnten wir sorglos in diesen Bus steigen.  In Puerto Madero empfahl uns Ana, ein Sandwich mit argentinischem Fleisch zu essen. Bei den Grillständen angekommen, stieg  uns der Duft von grilliertem Fleisch  in die Nase, hmmmmmmm. Mit den letzten Sonnenstrahlen genossen wir ein Sandwich mit Bife de Chorizo und einem Bier.

Sonntag ist Tag der Märkte in Buenos Aires. Wir gingen also ins nächste Quartier, nach San Telmo. Dieser Markt ist riesig und man bekommt alles was das Herz begehrt. Auch da habe ich mich zurückgehalten und nix gekauft… Er bietet auch viel musikalische Unterhaltung. An jeder Ecke ist jemand der Musik macht oder sogar Tango tanzt. Das Ambiente ist wunderschön. Wir gönnten uns zum Mittagessen (um 15 Uhr) ein Choripan (Sandwich mit Chorizo Wurst gebraten) und ein Glas Malbec, hmm

Am Abend genossen wir ein kleines Stück Heimat auf unserer Dachterrasse, wir schauten den Tatort bei ein paar Tassen Mate Tee.

Da es nebst dem offiziellen Dollar- und Eurokurs noch einen inoffiziellen, viel besseren gibt, hat uns Ana an ihren Kollegen weiter vermittelt, um bei ihm zu wechseln (harte Devisen sind aufgrund der Abschottung und Inflation sehr begehrt). Das hat sich gelohnt! Nachdem er uns besucht hat und wir unser „Geschäft“ erledigt hatten, gingen wir wieder los in die Stadt und schauten uns den Friedhof in Recoleta an. Dieser lädt ein zum spazieren und fotografieren. Die „Strassen“ sind mit beeindruckenden Statuen und Marmorsarkophagen gesäumt. Präsidenten, Kriegshelden, einflussreiche Politiker und die Reichen und Berühmten liegen hier begraben. Unter anderem auch Evita. Der Friedhof ist fast wie eine kleine Stadt. Am Mittag steuerten wir erneut San Telmo an, um einen „guten Mocken“ Fleisch zu essen. Er war wirklich gut!

Abends hatten wir für einmal Hunger und so gingen wir Znacht essen. Für Argentinier etwas früh… 21 Uhr. Die argentinische Pizza die wir bestellt haben, hätte für 6 Personen gereicht… Der freundliche Kellner fragte uns ob wir sie noch mitnehmen wollen, das machten wir dann. Mit übervollem Magen liessen wir ein weiteres Mal den Tag auf unserer Dachterrasse ausklingen.

Da wir übers Internet erfahren haben, dass man in Uruguay Dollar abheben kann (in Argentinien seit diesem Jahr nicht mehr möglich), entschieden wir uns nach Colonia del Sacramento zu fahren.  Nach einer Stunde mit der Fähre sind wir nun hier und haben nach zwei Anläufen (alle Argentinier kommen hierher, um Dollar abzuheben, deshalb hat es vor jedem Bankomat, zwei an der Zahl, eine lange Schlange) unsere Dollars abgehoben. Das Städtchen ist wunderschön und charmant. Die Altstadt, Bairro Historico, ist UNESCO Weltkulturerbe, was berechtigt ist, denn die Gässchen, kleinen Boutiquen, und liebevoll eingerichteten Restaurants laden zum verweilen ein. Hier lassen wir ein paar Tage unsere Seele baumeln und relaxen.

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