19.09.13 Kolumbien, USA (Kalifornien), Cook Islands

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Nach einigem hin und her schreiben mit Sandra, haben wir uns doch noch getroffen. Zusammen mit ihren drei Freundinnen haben wir einen gemütlichen Abend im Getsemani Quartier in Cartagena verbracht. Wir haben uns Geschichten über unsere Reisen erzählt und Erlebnisse ausgetauscht. Es war ein lustiger Abend.

Am nächsten Tag reisten Thomas und ich weiter nach Mompox, ein kleines Dorf mit einem schönen, wieder einmal im Kolonialstil gehaltenen Zentrum und UNESCO Weltkulturerbe. Die Anreise war nicht so einfach wie sonst, wo wir einfach in einen Bus steigen konnten und am Ziel ankamen (deshalb hatte es dort auch fast keine anderen Touris). Aber es klappte alles wie am Schnürchen. Zuerst fuhren wir mit dem Taxi zum Busterminal von Cartagena. Da erwischten wir gleich einen Bus, der uns nach Magangué fuhr und dort konnten wir unmittelbar in das Boot steigen, das uns weiter nach Bodega schipperte. In Bodega nahmen wir nochmal ein Taxi und nach vier verschiedenen fahrbaren Untersätzen waren wir in Mompox. Wir fanden glücklicherweise ein Hotel mit Klimaanlage… Es war extrem heiss in Mompox. Aber das Städtchen war wunderschön und ruhig um Gegensatz zu Cartagena. Wir genossen dies sehr, schlenderten durch den Ort und schauten uns unter anderem den speziellen Friedhof an.

Nach zwei Tagen entschieden wir uns weiter zu ziehen nach Barichara, ein weiteres schönes Dorf, aber dieses liegt höher und die Anreise war auch wieder nicht ganz so simpel wie sonst, aber wir hatten Glück und es klappte alles wieder einwandfrei. Nach zwölf Stunden kamen wir in Barichara an. Wir fanden auch gleich ein Hostel, das uns sehr gefiel. Barichara ist wunderschön und gemütlich mit den weissen Häusern und ihren roten Ziegeldächern. Wir spazierten einem alten, mit Steinen gesäumten Weg entlang zu einem kleinen Dörfchen namens Guane, wo wir auf dem Dorfplatz das Geschehen beobachteten.

Am Abend kochten wir wieder mal selber! Es gab Älpler Magronen, sooo fein. Ich persönlich vermisse schon gewisse Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Nudeln oder Sauerteigbrot vom Meile, pardon Suter. Thomas kann sich ganz gut mit dem Essen arrangieren. Aber in Kolumbien ist es abwechslungsreicher als auch schon.

Nach Barichara wollten wir weiter nach Villa de Leyva. Wir entschlossen uns, eine Nacht in Tunja zu verbringen und dann nach Villa de Leyva zu fahren. Dort fanden wir, nach längerer Suche, das Hotel (in unserem Reiseführer ist eine falsche Adresse…). Abgesehen vom Zelt in Tayrona, war dies mit 20.- pro Nacht das günstigste Hotel in Kolumbien. Verhältnismässig ist Kolumbien teurer als die anderen südamerikanischen Länder die wir besucht haben, ausser Argentinien.

So. Bis hierhin ist unsere Reise immer wunderbar nach unseren Vorstellungen verlaufen. Auch untereinander haben wir ziemlich die gleichen Interessen, wie und wo wir hin wollen und was wir unternehmen wollen. Und wenn nicht, finden wir eine Lösung.

Am nächsten Morgen gingen wir also zum Busbahnhof, um nach Villa de Leyva zu fahren. Mit unserem halbbatzigen Spanisch verstanden wir, dass an diesem Tag keine Busse da hin fahren. Nehmen wir halt ein Taxi, sagten wir uns, aber auch die Taxis fuhren nicht. Hm, was nun? Und was ist hier überhaupt los??? Thomas fragte einen Polizisten, warum hier keine Busse und Taxis fahren. Dieser erklärte uns, dass die Kaffeebauern streiken und Strassensperren errichtet haben und die ganze Gegend auf dem Landweg nahezu unpassierbar sei. Auf die Frage, bis wann denn dieser Streik daure, lächelte der Polizist und meinte, das wisse niemand so genau. Ein argentinisches Paar, mit dem wir kurz über die Situation gesprochen haben, meinte, es gäbe private Autos die nach Bogotá fahren. Natürlich für das dreifache vom normalen Preis. Aber da wir noch fast zwei Wochen in Kolumbien hatten, wollten wir nicht schon nach Bogotá. Dies war eigentlich erst am Schluss geplant. Aber unter diesen Umständen mussten wir unsere Pläne wohl oder übel über den Haufen schmeissen.

Ok, dachten wir, bleiben wir noch eine weitere Nacht in Tunja (wo’s übrigens nicht viel sehen und zu machen gibt…) und schauen am nächsten Tag, ob sich die Situation ändert (ehrlich gesagt mit wenig Hoffnung darauf). Deshalb machten wir uns einen gemütlichen Tag im Hotel mit surfen, lesen und essen. Und so beim genaueren Hinsehen im Internet erfuhren wir, was in Kolumbien gerade läuft. Bis dahin haben wir davon nichts mitbekommen. Die Kaffeebauern fingen an zu demonstrieren und Strassensperren zu errichten, um den öffentlichen Verkehr und die Wahrenein- und Ausfuhr lahm zu legen. Die kolumbianische Regierung hat ein Abkommen mit den USA, in dem die grossen Kaffeeplantagen bevorzugt werden und die kleineren haben nun Angst um ihre Existenz. Deshalb machen sie auf diese Weise auf sich aufmerksam. Für uns natürlich ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt… Nach den Bauern fingen auch die Lastwagenfahrer (gegen die hohen Benzinpreise), Hochschullehrer, Studenten (zu hohe Studiengebühren) und das Gesundheitspersonal und die Mineure an zu streiken und demonstrieren. Durch den landesweiten Streik war die lokale Wirtschaft zum Teil total eingefroren. 42 Hauptverkehrsstrassen wurden durch die Strassensperren blockiert.

Thomas versuchte, über das Hotelpersonal eine Möglichkeit zu finden aus Tunja herauszukommen, aber auch die sagten uns nichts anderes, als dass kein Bus und kein Taxi nach Villa de Leyva fahre. Zu Fuss wäre es ein sieben Stunden Marsch gewesen. Aber darauf verzichteten wir mit unserem 18 Kilo Gepäck…

So gingen wir am nächsten Morgen wieder zum Busbahnhof und versuchten unser Glück, irgendwie nach Bogotá zu kommen. Es war spannend, dem Treiben dort zuzusehen, denn viele versuchten eine Mitfahrgelegenheit zu finden, die nicht überteuert ist und die Fahrer probierten einen möglichst hohen Preis für die Fahrten auszuhandeln. Ein junger Kolumbianer wollte uns sogar mit dem Töff nach Bogotá fahren, für umgerechnet 90 Franken pro Person. Mit unserem ganzen Gepäck und mindestens zwei Stunden Fahrt in die Stadt lehnten wir dankend ab und warteten auf eine günstigere und bequemere Transportmöglichkeit.

Schlussendlich landeten wir im Auto von Rodolfo, einem älteren, sympathischen Mann aus Bogotá, zusammen mit einem Paar auch aus Bogotá, das unbedingt nach Hause musste um wieder zu arbeiten.

Nach fünf Minuten Fahrt war dann auch schon Schluss mit weiterfahren, denn da kam bereits die erste Barrikade aus Steinen und ein paar der streikenden Bauern etwas erhöht auf einem Hügel, bereit, Steine zu werfen. Es warteten ca. 20 weitere Autos auf die Weiterfahrt. Zuerst warteten wir einfach mal ab und schauten aus sicherer Entfernung, was da läuft. Nach etwa einer Stunde fuhr ein Pick up an der Strassensperre vorbei und wurde prompt mit Steinen aufgehalten, die geworfen wurden. Er drehte wieder um. Später kam von der anderen Strassenseite eine Kolonne von Autos in Begleitung von vielen Polizisten auf Motorrädern und einem Wasserwerfer. Rodolfo klärte ab, wie es nun weitergeht und kurze Zeit später sassen wir im Auto und fuhren in einer Kolonne langsam den Strassensperren entgegen. An der Spitze unseres „Konvois“ waren etwa 10 Polizeitöffs mit jeweils einem Fahrer und einem Polizisten mit Tränengas und Munition. Sie sahen ziemlich Furcht einflössend aus in ihrer Montur. Aber wir waren froh, denn uns war schon etwas mulmig zu Mute, vor allem, nachdem wir sahen, wie Steine geworfen wurden. Die Polizei räumte die Strasse frei und wir fuhren langsam weiter. Immer wieder sahen wir Bäume, Steine und brennende Pneus auf der Strasse, die von früheren Kämpfen zeugten. Auf den Hügeln neben der Strasse sah man ab und zu wieder Bauern, die in ihren Ponchos und Gummistiefeln eigentlich nicht gefährlich wirkten. Rodolfo spähte stets in die Hügel und zeigte uns, wenn er wieder Bauern sichtete.

Nach einer Weile (weiss nicht mehr wie lange) liess uns dann die Polizei alleine weiterziehen. Wir kamen noch an weiteren friedlichen Demonstrationen vorbei, wo wir warteten, bis die Strasse wieder frei war.

Während der Fahrt schrieb Thomas Almudena, deren Hilfe wir schon mal beansprucht haben, indem sie uns den Flug nach Santa Martha gebucht hat. Ihre Eltern, Luz und Calixto, leben in Bogotá. Nach einigem hin und her schreiben, rief ihre Mutter unseren Fahrer Rodolfo an, um mit ihm abzumachen, wo er uns in Bogotá hinbringen soll. Luz, Almudenas Mutter, wollte noch dann mit Thomas oder mir sprechen, sie kann kein englisch und wir immer noch nicht fliessend spanisch… Ich hab mich dann mit ihr mehr schlecht als recht unterhalten und herausgefunden, dass wir bei ihnen übernachten sollen. Dieses Angebot nahmen wir gerne an.

Da an diesem Tag „pico y placo“ war, ein System, dass die Einfahrt nach Bogotá regelt, konnte Rodolfo nicht vor 20 Uhr in die Stadt fahren. An bestimmten Tagen dürfen bestimmte Autonummern nicht während der Rush Hour in die Stadt fahren. So konnten wir mit dem anderen kolumbianischen Pärchen mit dem Bus in die Stadt. Nach einer kurzen Busfahrt stiegen wir aus und sie begleiteten uns noch zum Taxi und versicherten sich beim Taxifahrer, dass wir auch bestimmt ankommen. Sie wollten sogar seine Telefonnummer, um ihn dann anzurufen, ob wir heil angekommen sind… Nach zehn Minuten Taxifahrt waren wir nach sechs Stunden am Ziel (normalerweise dauert die Fahrt etwa zwei Stunden).

Luz und Tango (Hund von Luz und Calixto) empfingen uns sehr herzlich und es gab gleich einen feinen Fruchtsaft. Später kam Calixto und wir wurden von den beiden zum Essen eingeladen. In den nächsten sechs Tagen verbrachten wir eine sehr entspannte Zeit in Bogotá. Luz und Calixto zeigten uns die Stadt und sorgten dafür, dass wir nicht verhungern.

Wir genossen es sehr, wieder mal von jemandem umsorgt zu werden und wir fühlten uns wie zu Hause. Es war für uns auch super, die Stadt zu sehen mit jemandem der sie kennt. Bogotá ist riesig! Die Dimension sieht man am besten von oben. Wir fuhren mit der Luftseilbahn auf den Monserate, um die Stadt von oben zu sichten. Schon gewaltig, wenn man auf eine Stadt blickt, die so viele Einwohner hat wie die ganze Schweiz.

In Bogotá gingen wir auch wieder mal richtig shoppen. Ein paar unserer Sachen konnten endlich ausgetauscht werden. So zum Beispiel muss ich nicht mehr mit Hosen ohne Reissverschluss herumlaufen. Thomas ging am Wochenende mit Calixto joggen. Die lange Zeit ohne Sport zeigte sich spürbar mit einem ansprechenden Muskelkater.

Während den Tagen in Bogotá entschlossen wir uns, früher nach LA zu fliegen, da wir unsere geplanten Stationen in Kolumbien leider nicht machen konnten. Der Streik schien weiter anzudauern. Auch in Bogotá wurde demonstriert. In LA hätten wir ursprünglich nur eine Zwischenlandung auf dem Weg auf die Cook Islands eingelegt. So hatte Thomas die Idee, Jim und Vicenta in Big Sur Kalifornien zu besuchen. Die beiden haben wir in Ecuador im Dschungel kennengelernt. So nahmen wir Mail Kontakt auf und prompt luden sie uns zu sich in den Garten in ihr neues Zelt ein.

Also flogen wir am 28.8 nach Los Angeles. Luz und Elisabeth, eine Freundin der Familie, begleiteten uns zum Flughafen und versicherten sich, dass wir durch die richtigen Schalter gingen. Nach einem weiteren Abschied, sassen wir wieder einmal in einem Flugzeug und waren schon etwas traurig und wehmütig, Südamerika zu verlassen.

Spät am Abend kamen wir in LA an und gingen zur Autovermietung. In Amerika kann man sich ja fast nicht ohne Auto fortbewegen, vor allem nicht mit wenig Zeit… So fuhren wir um ca. Ein Uhr nachts in unser Motel und waren positiv überrascht, vor allem von der Grösse des Zimmers. Wir konnten uns nicht erinnern, auf unserer Reise je ein so grosses Zimmer gehabt zu haben.

Am nächsten Tag machten wir uns auf nach Big Sur. Thomas lotste mich aus LA heraus. War schon ungewohnt, auf sechs Spuren Autobahn zu fahren und nach fast vier Monaten ohne Autofahren sowieso. Aber da die Nordamerikaner schon anständiger fahren als die Südamerikaner, war die Fahrt recht angenehm. Und so tauchten wir ein in eine komplett andere Welt. Die Strassen sind wunderbar angeschrieben, die Fahrer halten sich meistens an die Geschwindigkeit und überall gibt es eine grosse Auswahl an Verpflegungsmöglichkeiten. Nach einigen Stunden erreichten wir den Highway Number One, das eigentliche Highlight der Fahrt. Und es war wirklich so. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Nach jeder Kurve zeigte sich ein anderes Bild. Auf der linken Seite war der Pazifik und die Kliffs und auf der rechten Seite zuerst Wiesen und später Felsen und Hügel. Wir hielten viel an, genossen die Aussicht und machten wahrscheinlich hunderte von Fotos. Auch die Tierwelt zeigte sich von der besten Seite. So waren wir total baff, als auf einer Wiese ein Rudel Zebras (importierte, wie wir später erfuhren) graste. Etwas später sahen wir auf einem Strandabschnitt riesige See-Elefanten faul in der Sonne liegen. Der absolute Höhepunkt waren die vielen Wale, die an der Küste entlang schwammen. Immer wieder sahen wir die Wasserfontänen in die Höhe schiessen. Es ist sehr schwierig, dies alles zu beschreiben, aber es gibt vielleicht einen kleinen Einblick. Thomas und ich waren begeistert.

Nach sieben Stunden Autofahrt kamen wir bei Jim und Vicenta an. Sie hausen in einer kleinen Cabin/Hütte gleich etwas oberhalb vom Highway. Da wir nicht auch noch Platz hatten in ihrer Cabin, stellten sie uns ein Zelt auf, in dem wir die nächsten drei Nächte verbringen durften. Sie empfingen uns herzlich und wir fühlten uns sofort wohl. Die nächsten drei Tage erkundeten wir die Gegend um Big Sur, gingen wandern, genossen die Sonnenuntergänge, beobachteten die zahlreichen Wale (darunter auch Orkas!), bestaunten den imposanten Sternenhimmel, verbrachten gemütliche Abende mit Jim und Vicenta, gingen ins Open Air Kino, assen amerikanisches Frühstück bei Deetjen’s (Pancakes, Eggs Benedict), genossen das fantastische Wetter und besuchten die schönen Strände um Big Sur. Ein Wermutstropfen war die Hochzeit am 30.8 von NiNi’s, sehr guten Freunden, die wir leider verpassten und ziemliches Heimweh verursachte. Aber leider ist es nur bei Mr. Spock möglich, sich rasch an einen beliebigen Ort zu beamen.

Viel zu schnell vergingen die drei Tage, aber wir verblieben mit Jim und Vicenta, dass wir einmal ein House-Exchange machen werden. Aber zuerst müssen wir mal unsere Weltreise weiter geniessen, bevor wir schon wieder andere Reisepläne schmieden.

Am 1. September dann stiegen wir in den Flieger der Air New Zealand (eine sehr sympathische Fluggesellschaft) in Richtung Südseeparadies, den Cook Islands. Die Sicherheitsinstruktionen werden in einem Film gezeigt, der sehr amüsant und so gemacht ist, dass man auch zuschaut, kein Wunder wenn Bear Grylls der Hauptdarsteller ist.

Eine Woche verbrachten wir in Aitutaki und genossen die atemberaubend schönen Strände, das super Wetter, das blau leuchtende Meer der Lagune, Palmen so weit das Auge reicht und unser Einzimmerappartement, wo wir wieder mal selber kochen. Da so ziemlich alles  auf die Inseln importiert werden muss, sind die Lebensmittel teuer. So haben wir auf der Hauptinsel Rarotonga einen Grosseinkauf gemacht und nach Aitutaki „geschmuggelt“. Aber wir waren nicht die einzigen, die Lebensmittel in Rarotonga eingekauft haben um diese nach Aitutaki zu bringen. Auf unserem Flug waren noch etwa acht stark übergewichtige Männer, die schachtelweise Lebensmittel eincheckten. Wir hatten etwas Angst, dass das kleine Flugzeug dieser Last nicht standhalten würde. Aber wir kamen heil in Aitutaki an. Die Menschen dort sind sehr fröhlich und offen. Wenn wir mit unseren Velos auf der Strasse fuhren, wurden wir von den meisten Inselbewohnern gegrüsst und angelächelt. Allgemein lachen die Menschen oft und man fühlt sich sehr willkommen. Das Velofahren war auch kein Problem, denn die Menschen auf Cook Island fahren sehr gemütlich und es hatte auch fast keinen Verkehr auf der Strasse. Die einzige Gefahr war, dass wir vergassen, dass Linksverkehr herrscht oder ein aufgeregtes, hysterisches Huhn über die Strasse flatterte. Hühner, Küken und Hähne gab es fast so viele wie Sand am Meer. Überall traf man sie an, so zum Beispiel auch im Supermarkt und vor allem morgens und abends gaben sich alle Hähne der Insel ein stell dich ein im „gügürügüüü“ krähen.

Am 8.9 stiessen wir noch auf vier Monate reisen an! Es ist extrem, wie schnell die Zeit vergeht.

Die Woche auf Aitutaki ging auch sehr schnell vorbei. Am 9.9 flogen wir nach Rarotonga, die Hauptinsel der Cook Islands. Es gibt eine Strasse rund um die Insel und in der Mitte sind Berge, bis 600 Meter über Meer. Leider wollte das Wetter nicht so schön sein, es regnete oft und deshalb haben wir nicht sehr viel von der Insel gesehen.  Aber wir hatten ein sehr gemütliches Bungalow, in dem es sich gut faulenzen liess, während der Besitzer den Rasen mäht. Allgemein wird auf den Cook Islands die Rasenpflege gross geschrieben. Wahrscheinlich noch eine Angewohnheit von den Engländern die sich vor ca. 200 Jahren niedergelassen haben.

Nach drei Tagen haben wir dann einen Roller gemietet, mit dem wir die Insel erkundeten. Thomas als Fahrer, musste vor dem Mieten bei der Polizei einen Führerschein machen lassen. Ist mal ein Souvenir der anderen Sorte. Am letzten Abend luden uns die Besitzer der Bungalows noch für ein traditionelles Nachtessen ein. In einem Loch im Boden werden mit Feuer Steine erhitzt und danach Fleisch und Gemüse über Stunden gegart. Es gab essen für etwa hundert Leute (es waren ca. 20 anwesend…), aber es war wunderbar!! Es war so ziemlich nichts auf dem Buffet, was wir kannten, ausser Kartoffelsalat (mit viel Mayo). Und die Cook Islander (oder wie man sie nennt) konnten Mengen essen, wir staunten nur noch. So muss man sich nicht fragen, warum sie so extrem stark übergewichtig sind. Selbst in den USA gab es nicht so viele, tschuldigung, wahnsinnig dicke Menschen.

Aber da das Wetter eben nicht so wollte wie wir, wurde es uns langsam aber sicher etwas langweilig. Deshalb freuen wir uns nun extrem auf Neuseeland, wo wir tiefere Temperaturen erwarten und vielleicht auch Snowboarden und Skifahren gehen. Wir werden für zwei Monate mit einem Camper unterwegs sein und die zwei Inseln damit erkunden. Ich freue mich unter anderem so darauf, weil ich nicht mehr alle paar Tage den Rucksack ein- und wieder auspacken muss, da packen wahrlich nicht mein Hobby ist. Während Thomas sein Packsystem „ewigs“ analysieren kann und wieder neue Fächer und Behälter entdeckt, die er verwenden kann für seine Utensilien. Vielleicht wird er seine Packtipps einmal veröffentlichen und ihr könnt auch davon profitieren. Ich habe ein paar seiner Tipps befolgt und ich muss sagen, dank dem sind meine Sachen wahrscheinlich schon schneller, sauberer und ordentlicher verstaut, als ohne System ;-).

Wir hoffen, unsere Berichte geben einen Einblick in unsere Reise. Wir auf jeden Fall freuen uns auf eure Rückmeldungen und News aus der Schweiz, oder wo ihr sonst seid!

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