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Das Wetter in Auckland begrüsste uns auf typisch neuseeländische Weise: windig, bewölkt, nieselnd und Minuten später strahlender Sonnenschein. Die erste Woche in Neuseeland waren wir in Auckland und Umgebung unterwegs. Die Stadt hat uns gefallen, vor allem das Drumherum. Aucklands landschaftliches Bild ist geprägt von ca. 50 inaktiven Vulkanen, die dafür sorgen, dass die Stadt aus vielen grünen Parkanlagen besteht. Ein paar von diesen Parks haben wir erkundet und vom Mt. Eden die Aussicht auf die Stadt genossen. Wir gingen auch nach längerem wieder auswärts essen, was wir extrem schätzten. Aucklands Angebot an Restaurants ist sehr vielseitig und multikulturell, so haben wir uns durch die thailändische, türkische, englische, japanische (Sushi natürlich) und chinesische Küche gegessen.
Aucklands Umgebung haben wir vor allem per Boot erkundet, denn es gibt viele Inseln um die Stadt und auch Quartiere, die man mit der Fähre erreichen kann. Rangitoto und Waiheke sind zwei dieser Inseln, die wir besucht haben. Wobei das Wetter uns auf Waiheke einen Strich durch die Rechnung machte und wir, wie vorgesehen, statt zu wandern und Weingüter anzuschauen im Hostel blieben und nix machten… Thomas stand zwei Minuten nach draussen und war durch und durch nass.
Nach einer Woche warten, freuten wir uns dann, endlich unseren Camper in empfang zu nehmen, um die nächsten Wochen die Inseln damit zu erkunden. Wir fuhren als erstes Richtung Norden zum Bay of Islands und nach Northland, wo es schöne Strände gibt. Wir genossen es, mit dem Camper immer wieder anzuhalten wo wir wollten und nach Lust und Laune unser Tempo zu fahren. Der Küste entlang hat es immer wieder Aussichtspunkte, die wir ansteuerten und die meistens tolle Aussicht genossen. Bei einem dieser Punkte schloss sich uns ein älterer, scheinbar einheimischer Herr an und erzählte uns über die Gegend und wusste spannende Geschichten von Schiffwracks zu erzählen. So kamen wir zu einer gratis Führung mit einem flotten „Guide“. Unter anderem kamen wir auch an Kawakawa vorbei, ein Städtchen, dessen Sehenswürdigkeit die öffentliche Toilette von Hundertwasser ist. Natürlich mussten wir dann mal und benutzten sie gleich. Angeblich soll Hundertwasser dort seinen Lebensabend verbracht haben.
Der Linksverkehr und die Grösse unseres riesigen Campers (7 Meter lang) wurden langsam zur Routine und das Vorwärtskommen wurde zum Vergnügen. Vorbei an idyllischen Schafwiesen, hügeliger Landschaft mit saftig, leuchtend grünen Wiesen, Wäldern und Golfplätzen (nach segeln wahrscheinlich das nächste grosse Hobby der Neuseeländer…). Nur riskieren die Vögel hier am Strassenrand jeden Tag ihr Leben, indem sie immer sehr knapp vor den Autos davon fliegen wollen und es halt leider nicht immer schaffen. Es tut mir leid kleiner Vogel (und Thomas, der ihn bergen musste) und ruhe in Frieden.
Weiter fuhren wir dann gen Westen und campierten neben einem der Kauri Wälder Neuseelands. Kauri Bäume existieren nur noch in gewissen Teilen im Norden Neuseelands und können bis zu 2000 Jahre alt werden und sind imposant, wenn man direkt daneben steht. Am Abend machten wir dann noch den „Bush-walk“ neben dem Camping, um den berühmten Nationalvogel Neuseelands, den Kiwi, zu beobachten. Er soll in der Nacht unterwegs sein, um Nahrung zu suchen. Mit viel Glück haben wir den seltenen flugunfähigen Vogel auch tatsächlich gesehen!
Beim weiterreisen kamen wir auch an der Abbey Höhle vorbei, in der Glühwürmchen wohnen. Natürlich stiegen wir dort hinunter. Über Stock und Stein und durchs Wasser mussten wir klettern und waten und wenn man die Stirnlampe auslöschte, konnte man an der Decke der Höhle unzählige Glühwürmchen sehen.
Danach fuhren wir weiter nach Rotorua, eine Stadt mit Geysiren, blubbernden Schlammlöchern und heissen Quellen. Schon beim ersten Aussteigen aus dem Camper stieg uns der allgegenwärtige Schwefelgeruch in die Nase, der je nach Windrichtung stärker oder schwächer ist. An einem hübschen kleinen See blieben wir zwei Nächte und genossen die friedliche Stimmung und Ruhe. Thomas hat dann auch das erste Mal seine neu erworbene Fischerrute zum Einsatz gebracht und stand unermüdlich am Ufer des Sees und hat gefischt. Leider hat es noch keinen frisch gefischten Fisch zum Znacht gegeben. Aber die Fischsaison und der Frühling haben auch erst begonnen. Wir haben hier nämlich am 29. September auf Sommerzeit umgestellt.
Bei Wind und Regen haben wir den ersten Geothermalpark in Rotorua besucht. Aus verschiedenen Löchern im Boden sprudelt es heisses Wasser, blubbert der graue Schlamm oder zischt der Dampf unaufhörlich aus dem Boden. Und auch hier ist der Schwefelgeruch präsent… Etwas durchgefroren vom ungemütlichen Wetter, beschlossen wir, in eines der Thermalbäder zu gehen. Im Blue Baths genossen wir dann die wohlige Wärme der heissen Quelle.
Ein weiterer Thermalpark den wir besuchten war der Wai-O-Tapu. Bei einem gemütlichen Spaziergang kommt man hier auch an verschiedenen heissen Bächen, quietschgrünen Schwefelseen, blubbernden Schlammlöchern und dampfenden Geysiren vorbei. Mutter Erde hat da eine sehr eindrückliche Landschaft kreiert!
Nach all diesen kleineren Naturwundern wollten wir dann noch die richtig grossen sehen und fuhren in den Tongariro Nationalpark, der älteste Nationalpark in Neuseeland und der viertälteste weltweit, um die Vulkane zu sehen. In seinem Zentrum befinden sich drei aktive Vulkanberge. Bei wunderschönem Wetter wanderten wir los und waren schon von Anfang an begeistert von der Aussicht. Während der ganzen Wanderung hatten wir einen perfekten Blick auf den Vulkan Ngauruhoe (2291 Meter hoch), vom Aussehen her ein Bilderbuchvulkan, wie man ihn sich vorstellt. Deshalb wurde er vielleicht auch in „Herr der Ringe“ als Schicksalsberg genutzt. Auch der höchste Punkt der Nordinsel Neuseelands, der Mount Ruapehu (2797 Meter), hatten wir immer im Blick. Darauf befinden sich zwei Skigebiete, die wir dann nach einigem Überlegen nicht besuchten. Die Saison neigt sich dem Ende zu und der Schnee wäre wahrscheinlich nicht mehr der Beste gewesen. Weiter auf dieser Wanderung hatten wir Aussicht auf zwei unglaublich schön türkis und grün schimmernde Seen.
Am nächsten Tag machten wir uns auf, eine der berühmtesten Tages-Wanderungen Neuseelands zu machen, den Tongariro Alpine Crossing. Bei dickem Nebel und Nieselregen marschierten wir los auf dem äusserst aufwändig präparierten Wanderweg. Wir sahen vielleicht 20- 30 Meter weit und hatten keine Ahnung, wie schön die Aussicht wohl ohne Nebel wäre… Nach 1 ½ Stunden entschieden wir uns, wieder umzukehren, denn es war alles andere als gemütlich und von der Aussicht sahen wir absolut nichts. Nach einer halben Stunde Abstieg blies wieder starker Wind und der war so stark, dass er gleich die ganzen Nebelschwaden davonblies und wir etwas von der Umgebung sehen konnten. Nach kurzem Überlegen fackelten wir nicht lange und stiegen den Berg wieder hoch, denn die Sicht wurde immer besser und besser. Die Entscheidung zur Umkehr war wohl eine der weisesten unserer bisherigen Reise! Auch hier bot sich wieder eine fantastische Aussicht auf die umliegenden Vulkane und die blau grün leuchtenden Seen. Thomas bestieg dann noch den Vulkan Tongariro (1970 Meter und zum letzten Mal 2012 ausgebrochen… das hab ich zum Glück erst erfahren als er schon wieder unten war…)
Ein anderer Vorzeigevulkan ist der Mount Taranaki, den wir als nächstes sehen wollten. Da wir in Auckland ein Zelt und Mätteli gekauft haben, wollten wir die Gelegenheit nutzen und sie auf einer zweitägigen Wanderung auszuprobieren. Der Wetterbericht war einigermassen gut. Dies nutzten wir sofort und zogen los. Durch Wald und einen riesigen Sumpf wanderten wir, immer, wenn er sich dann zeigte, mit Blick auf den Mount Taranaki. Gegen Abend stellten wir dann unser Zelt das erste Mal auf. Bei mässig starkem Wind, versuchten wir es einigermassen klug auszurichten. In der Nacht fing es dann noch stärker an zu winden und so wurde es sehr laut im Zelt, was eher nicht schlaffördernd war… Erst mit Oropax gings dann besser. Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass unser Zelt all den widrigen Umständen standgehalten hat! Bei eisig kaltem Wind und Nebel machten wir uns auf den Abstieg. Zuerst aber noch mal auf einen Gipfel, dessen Weg nur aus Treppenstufen bestand. Dies gab dem ganzen so ein wenig Machu Picchu Feeling… Der Rest der Wanderung war dann in dichtem Wald, in dem der Weg nicht mehr so einfach zu bewältigen war. Meine müden Beine hatten zum Teil grosse Mühe, die steilen Stufen rauf und runter zu steigen.
Wir fuhren dann am Nachmittag noch nach New Plymouth, wo wir einen Campingplatz direkt am Meer hatten. Und nach einer warmen Dusche gönnten wir uns eine Pizza in der Stadt, die wir mit Hochgenuss verspiesen.
Nach New Plymouth fuhren wir über den Surf Highway nach Wellington, Spitzname: „Windy Wellington“, die Hauptstadt Neuseelands. Den Wind haben wir mit geballter Kraft zu spüren bekommen als wir auf der Strasse nach Wellington fuhren. Unser Camper kam richtig ins Schwanken. Auch in der Nacht fühlte es sich ab und zu an, als ob da einer am Auto rütteln würde. Das Hudelwetter nutzten wir wieder einmal für einen Museumsbesuch.
Auch ein bisschen Shopping durfte natürlich nicht fehlen und da unser Camper gleich am Meer steht, schauten wir uns auch die schöne Waterfront an.
Als nächstes werden wir mit der Fähre rüber auf die Südinsel fahren und diese erkunden. Hoffentlich wird die Überfahrt nicht zu ungemütlich, denn bei diesem Wind scheint die See nicht sehr ruhig zu sein.
Wir sind gespannt was uns erwartet, denn wir haben schon von vielen gehört, dass sie noch schöner sei als die Nordinsel. Wir lassen uns überraschen und freuen uns auf weitere Abenteuer und imposante Natur.
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