6.12.13 Neuseeland (Norden der Südinsel), Australien (Queensland)

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Nachdem wir Möni und Pasci vom Flughafen in Christchurch abgeholt haben gingen wir zusammen ihren Camper abholen. Zu viert tuckerten wir dann los in Richtung Norden. Unser erster Stopp war Hanmer Springs. Da Thomas extra noch frischen Fisch aus dem Lake Heron gezogen hat, bekochten wir unseren Besuch zum Znacht. Den nächsten Tag nahmen wir gemütlich und genehmigten uns ein langes Bad in den Thermen von Hanmer Springs. Danach ging die Fahrt nach Kaikoura, wo wir Whale-Watching machen wollten. Aber leider wurde es abgesagt, da es zu stark gewindet hat. Etwas enttäuscht verliessen wir dann Kaikoura in Richtung Blenheim. Auf dem Weg dahin machten wir einen Zwischenhalt bei Nins Bin, wo es feine Krebse (Crayfish) geben soll. Der Container steht unübersehbar am Strassenrand. Wir genehmigten uns diese nicht ganz günstige Leckerei und verspeisten sie mit Genuss im Camper von Möni und Pasci.

Da in ihrem Camper von Anfang an ein Lämpchen leuchtete, fuhren wir nach Blenheim, ein grösserer Ort, um in die Garage zu gehen. Da sie bis Ladenschluss noch nichts reparieren konnten, durften wir auf dem Parkplatz der Garage mitten in der Stadt übernachten. Am nächsten Tag konnten sie ihn am Mittag wieder abholen. Da die Region um Blenheim berühmt für Weine ist, wollten wir natürlich davon probieren. So fuhren wir in die Nähe der Weingüter, es gibt etwa 30 davon, die wir zu Fuss erreichen konnten. Wir stellten unsere Camper etwas versteckt ins Gebüsch, damit man sie nicht so gut sehen konnte. Bei drei Weingütern konnten wir dann Wein degustieren. Im Sortiment waren einige gute Weissweine (vorallem Sauvignon Blanc und Chardonnay). Wir kauften auch Exemplare und dazu gab es einem Festschmaus aus Apéro, Fondue, Schwinix, Lamm und Kartoffeln. Der Abend wurde entsprechend lustig.

In der Gegend sind auch die Marlborough Sounds. Das gesamte Gebiet umfasst etwa 4000 km² inklusive zahlloser Meeresarme, Inseln und Halbinseln. Selbstverständlich gibt es dort auch zahlreiche Wanderwege und da uns die Treckingschuhe schon fast an die Füsse gewachsen sind, erkundeten wir die Gegend zu Fuss. Zuerst fuhren wir mit dem Schiff zu einer kleinen Insel, auf der kleine blaue Pinguine nisten sollen. Neben dem Wanderweg waren immer wieder Holzkisten positioniert. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass dort wirklich etwas drin sein soll. So war auch in der ersten Box nichts vorhanden. Bei der zweiten hob ich wieder den Deckel und siehe da, zwei kleine flauschige Pinguine quetschten sich in eine Ecke. Auch bei zwei anderen Boxen waren jeweils zwei junge Pinguine die verdutzt aus der Box schauten, soooooo süss.

Nach der kleinen Insel fuhren wir mit dem Schiff zum nächsten Punkt, wo wir unsere Wanderung starteten. Hauptsächlich liefen wir im Wald. Aber es kamen immer wieder Aussichtspunkte, von denen wir auf das tiefblaue Meer und die grünen, bewaldeten Meeresarme schauen konnten.

Als nächstes wollten wir zum Nationalpark Abel Tasman. Der Nationalpark ist berühmt für seine vielen kleinen Buchten mit goldenen Sandstränden und türkisfarbenem Wasser. Wir entschieden uns, ein Kajak zu mieten und den Weg dann wieder zurück zu laufen. Anfangs gab es eine obligatorische Instruktion der Kajaks durch Mitch, einem möchtegern coolen älteren Herrn, was sehr amüsant war. Nach der Instruktion liessen sie uns dann ins Wasser und wir konnten alleine an der Küste des Nationalparks entlang rudern. Wir machten Halt an zwei von den schönen Stränden, wo wir ganz alleine die Ruhe und Stimmung geniessen konnten. Unterwegs sahen wir viele Meeresvögel und im Wasser sogar zwei der kleinen blauen Pinguine. Um Mönis und Pascis Kajak plantschte auch ein Seehund.

Den Weg den wir gerudert sind liefen wir anschliessend wieder zurück. Nach dem schönen und anstrengenden Tag gingen wir früh ins Bett und schliefen wunderbar.

Am nächsten Tag fuhren wir wieder zu den Nelson Lakes. Thomas und ich waren schon mal da, aber das Wetter war damals grauenhaft. Wir erkundigten uns im DOC Office nach einer anständigen Tageswanderung. So wurde uns die Wanderung auf den Mount Robert empfohlen, die fünf Stunden dauern soll. Nach 2 ½ Stunden waren wir schon wieder zurück bei unseren Camper… Also entschieden wir uns, weiterzufahren in Richtung Christchurch, die zweitgrösste Stadt Neuseelands. Da Roman und Heidi, ein Kollegenpaar, dort waren, wollten wir sie natürlich treffen.

Für den nächsten Tag vereinbarten wir, zusammen Nachtessen zu gehen. Wir verabredeten uns im Stadtzentrum. Nur ist von diesem Zentrum nicht mehr viel übrig, da ein Erdbeben im Januar 2011 fast das komplette Zentrum zerstört hat, nachdem etwa 10’000 Wohnhäuser abgerissen werden mussten. Dementsprechend war da auch nichts los.

Wir fanden dann nach längerem Fussmarsch durch die Stadt doch noch eine Bar und später ein Restaurant, wo wir einen gemütlichen Abend verbrachten.

Da Möni und Pasci weiter an die Westküste wollten, begleiteten wir sie zum Arthurs Pass. Dort machten wir noch eine gemeinsame, sehr anstrengende Wanderung auf den Mount Avalanche. Auf dem Gipfel wurden wir mit lautem Gekreische von den Keas empfangen. Keas sind Bergpapageie, die sehr neugierig sind und fast ohne Scheu alles untersuchen und anknabbern, was nicht niet- und nagelfest ist. Und prompt war ich eine Sekunde achtlos und schon flog mein Plastiksack mit dem Müsliriegel über alle Berge. Alle Keas flogen hinterher und verspeisten wahrscheinlich den Riegel genüsslich. Wir wollten auch eine Weile relaxen, aber die Keas sassen uns auf die Arme und knabberten an den Schuhen. So machten wir uns auf den Rückweg, welcher noch anstrengender war als der Aufstieg, da es steil runterging und es schwierig war Halt zu finden auf all den losen Steinen.

Wie alles, hatte auch unsere gemeinsame Zeit mit Möni und Pasci ein Ende. Wir nahmen noch einen Kaffee zusammen und danach verabschiedeten wir uns schweren Herzens. Wir genossen die Zeit sehr, die wir mit euch verbracht haben. Sie war leider viel zu kurz, wir freuen uns, euch nächstes Jahr in Luzern wieder zu sehen. Oder wer weiss, vielleicht unterwegs nochmal…

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir an einem See, in der Hoffnung nochmal frischen Fisch zu essen. Aber es gab keinen mehr, leider. Unsere Zeit in Neuseeland ging langsam zu Ende und wir fuhren wieder nach Christchurch, wo wir unseren Camper wieder abgeben mussten. Die letzte Nacht verbrachten wir im Motel. Und mitten im Tiefschlaf wurden wir wachgerüttelt und durchgeschüttelt von einem Erdbeben. Wir erschraken extrem und hatten Mühe, danach wieder einzuschlafen. Für die Menschen in Christchurch war das nichts besonderes, es kommt oft vor, aber für uns war es sehr unangenehm.

Mit Vorfreude auf Australien aber auch sehr wehmütig, Neuseeland zu verlassen, gingen wir am Morgen früh zum Flughafen. Die Zwei Monate Neuseeland haben uns sehr gefallen. Das Land hat so viel zu bieten, was uns entspricht. Vor allem haben wir die Zeit in der Natur genossen. Sehr viel haben wir zu Fuss erkundet, trotz der häufigen Wetterkapriolen. Auch die Menschen sind sehr aufgeschlossen und freundlich, was das Reisen unvergesslich, angenehm und sehr schön gemacht hat. Wir werden Neuseeland vermissen.

Aber Australien, wo wir am längsten bleiben werden, wartet und wir freuen uns, diesmal mit einem kleineren Camper, das Land und die Menschen kennen zu lernen und die Wanderschuhe gegen Flip Flops auszutauschen.

Die ersten vier Tage verbrachten wir bei Denis und ihrem Mann in ihrem B&B. Etwas ausserhalb von Brisbane, mit dem Bus aber gut erreichbar, genossen wir Annehmlichkeiten wir eine Dachterrasse mit Grill, einen Pool und ein richtiges Bett. Brisbane hat ein wahnsinns Busnetz,  das fast wie ein U- Bahnnetz angelegt ist. Viele Strassen und Tunnels sind nur für die Busse. Wir freuten uns, am Abend wieder einmal draussen zu sitzen und in einer gemütlichen Bar ein Bier zu trinken. Wir machten eine Flussfahrt mit dem Boot, das wie ein Bus durch die Stadt fährt, schlenderten am Fluss entlang und genossen die Wärme und die Sonne am Strand mitten in der Stadt. Brisbane hat uns gefallen.

Aber unser neuer fahrbarer Untersatz wartete auf uns. Ein etwas grösserer Bus mit mehr Komfort als wir bestellt haben wurde uns gebracht. Den nahmen wir natürlich gerne an. Er ist zwar kleiner als das Ungestüm in Neuseeland, aber praktischer und wendiger.

Unser erstes Ziel war Noosa, ein Nationalpark am Meer mit schönen Stränden. Danach gings weiter zum Rainbow Beach, ein weiterer schöner Strand. Wir mieteten uns ein Surfbrett und gingen an den Strand. Ich wollte schauen, ob meine Surfkünste noch funktionieren, aber so war es nicht. Ich hatte keine Kraft um aufzustehen und die Wellen waren für meinen Geschmack etwas zu hoch… So hatte ich nach einer halben Stunde schon genug… Thomas hatte ein längeres Durchhaltevermögen. Aber es hat Spass gemacht, es wieder einmal zu versuchen. Am Abend rächte sich die schlufige Arbeit beim einreiben der Sonnencreme. An einigen exponierten Stellen hatten wir einen zünftigen Sonnenbrand. Die Sonne hier ist krass und wir haben wieder mal dazugelernt, irgendwie nach jedem Sonnenbrand das selbe…

Von Rainbow Beach aus machten wir dann eine Tour auf Fraser Island, die grösste Sandinsel der Welt. Da alles nur Sand ist, kann man nur mit 4×4 Autos auf die Insel. Und da wir noch nie so ein Gefährt gefahren sind, buchten wir lieber eine Tour. Wir waren mit vier Autos unterwegs. Alle die wollten, konnten fahren. Wir fuhren zu Seen, einem kleinen Fluss, wanderten zu Sanddünen und gingen Sandboarden. Jeden Tag fuhren wir am Strand entlang und gingen zu verschiedenen schönen Plätzen. Am Abend jeweils gingen wir zu unserem Zeltplatz, wo wir kochten und zwei lustige Abende verbrachten. Unser Guide Steve, ein sehr spezieller Zeitgenosse, manövrierte uns sicher auf der Insel herum.

Die nächsten zwei Nächte verbrachten wir im Hostel von Rainbow Beach, zusammen mit ein paar lustigen Bekanntschaften die mit uns auf der Tour waren.

Unser nächstes Ziel waren die Glass House Mountains, zwölf vulkanische Berge, die sich abrupt aus der relativ flachen Gegend der Sunshine Coast erheben. Und von dort aus gingen wir noch in den Australia Zoo. Dieser ist riesig. Um 12 Uhr gibt es im Stadion jeweils eine Tiershow, die wir sehen wollten, da wir schon mal da waren… Sie war wirklich sehr eindrücklich. Vor allem die Vögel haben uns sehr beeindruckt. Es flogen Störche, Kondore, unzählige kleine und grosse Papageie über das Stadion. Und natürlich durften auch die Krokodile nicht zu kurz kommen. Denn der Zoo wurde vom Crocodile Hunter Steve Irwin gegründet. Eine Nacht verbrachten wir noch an der Gold Coast, in Burleigh Heads, wo sich das Paradies für Surfer befindet. Aber anstelle von surfen, spazierten wir durch den Nationalpark dort und schauten den Surfern zu. Leider ist die Küste so zugebaut mit Hochhäusern, darum verliessen wir sie auch schnell wieder.

Als nächstes gehen wir wieder runter Richtung Süden, da wir um Weihnachten/ Neujahr in Sidney sein wollen, um Stefan, einen alten Schulkollegen zu besuchen. Wir wünschen euch eine schöne Adventszeit und wenn ihr mal einen Glühwein trinkt, denkt an uns, denn hier gibt’s das wohl nicht. Wir kommen bei dieser Hitze einewäg nicht in Weihnachtsstimmung.

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