18.1.14 Australien (New South Wales, ACT & Victoria)

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Nachdem wir viel an der Küste herumgekommen sind, wollten wir mal etwas in die Höhe. Wir gingen in den Lamington Nationalpark, der ausschliesslich aus Regenwald besteht. Wir unternahmen eine sechs stündige Erkundungstour durch den Wald und bekamen schon zu Anfang ein süsses Wallabie zu Gesicht. Da wir hier ja in Australien sind, sind auch die giftigen Schlangen und sonstige Reptilien nicht weit. Und prompt, ich habe sie nicht gesehen, entdeckte Thomas eine Schlange. Ob sie giftig war oder nicht, wussten wir nicht, ist auch egal, ich möchte so oder so keiner begegnen…  Sie machte sich auch gleich wieder vom Acker. Auch eine riesige Echse kreuzte unseren Weg und nahm vor Schreck, uns zu sehen, einen Satz auf den Baum. Sie blieb glücklicherweise oben.

Nach dem Nationalpark gingen wir wieder an die Küste, nach Byron Bay. Die Strände dort sind super schön, nur machte das Wetter nicht mit, es war ziemlich kühl und bewölkt. Wir unternahmen den Spaziergang zum Leuchtturm und dem Kap Byron, der östlichste Punkt vom australischen Festland.

In Byron Bay merkte man schon, dass das Leben sehr entspannt ist und viele Surfer und Aussteiger das Leben dort geniessen. Etwas weiter im Innern des Landes gibt es ein Dorf, in dem noch richtige Hippies leben, die im Jahre 1970 nach dem 10 tägigen Aquarius Festival einfach nicht mehr nach Hause wollten und in Nimbin blieben. Die Atmosphäre in Nimbin war sehr speziell, es gibt eine Strasse, auf der sich das Leben der Menschen abspielt. Die Frauen verkaufen lustige Kekse, an jeder Ecke wurde Thomas gefragt, ob er etwas zum rauchen kaufen möchte, die vielen kleinen Läden dufteten nach Räucherstäbchen und man konnte sich Dreadlocks machen lassen. Am nächsten Tag war noch ein grosser Markt in der Gegend, den wir uns nicht entgehen lassen wollten. Die Athmosphäre dort war noch spezieller, ich fühlte mich etwas in der Zeit zurückversetzt und konnte mir gut vorstellen, wie es so zur Hippie Zeit ausgesehen haben musste. Überall wurde gesungen, viele liefen barfuss rum, es gab Essen aus allen Ecken der Welt, viele Stände verkauften ihre selbstgebastelten Schmuckstücke und Traumfänger, man konnte sich das Gesicht anmalen lassen oder eine Massage geniessen. Wir schlemmten uns durch die internationale Küche und schauten dem Treiben gespannt zu. Gekauft haben wir nichts… Die Sachen waren nicht so nach unserem Geschmack, aber wir haben uns sehr gut amüsiert auf diesem Markt.

Unser nächstes Ziel war das Hunter Valley. Über den Waterfall Way fuhren wir dort hin. Im Hunter Valley gibt es wieder mal Wein zum degustieren. Aber leider waren wir zu spät dran, um eine Tour zu machen, also entschlossen wir uns, nur die Bierbrauerei neben dem Camping zu besichtigen. Auf dem Weg dort hin sahen wir ein Schild einer Vinery, die in Marschdistanz zu erreichen war. Die Ernest Hill Vinery war dann sehr sympathisch. Der ältere Herr dort führte uns durch das Sortiment aller Weine (inklusive Flagship Wein, den er extra für uns öffnete und beim einschenken erwähnte, dass wir das ja nicht dem Chef erzählen dürfen) und freute sich jedes Mal, wenn Thomas einen Wein gut fand (er fand alle gut, ich auch). Er fand es auch sehr lustig, dass wir zu Fuss unterwegs waren, wahrscheinlich die ersten und die letzten, die jemals zu Fuss zu einer Vinery liefen. Er gab uns dann noch nützliche Tipps, dass wir vor der braunen Schlange unbedingt davonlaufen sollen, die Schwarze sei nicht so schlimm. Wir nahmen uns seinen Tipp zu Herzen und liefen sowieso der Strasse entlang. Da die Brauerei auf dem Nachhauseweg lag, degustierten wir noch die verschiedenen Biere. Sie schmeckten hervorragend, vor allem das Ingwerbier hat es mir angetan. Nach dem Degustierspass kam dann noch der Grillplausch auf dem Campingplatz. Wir wurden von den Besitzern zum Sasauge Sizzle eingeladen, eine australische Weihnachts- & Grillparty, die sehr lustig war. Viele, die dort waren, wohnen das ganze Jahr auf diesem Camping und freuten sich sichtlich über die Abwechslung. Das Besitzerpaar ging in die Ferien und das wurde gebührend gefeiert mit Spielen, gegrillten Würstchen, Lamettas, Zuckerstangen und knappen Santa Claus Kostümen.

Und dann war es soweit, wir fuhren nach Sydney zu Stefan. Nach anfänglichen Schwierigkeiten meinerseits mit der Navigation durch die Stadt, fanden wir dann die Richtige Adresse und Stefan nahm uns herzlich in Empfang. Nach einem gemeinsamen Mittagessen schauten Thomas und ich uns die Stadt an. Da die Innenstadt so vollgestopft war (vorweihnachtlicher Geschenkwahnsinn), zogen wir es vor, zum Hafen gehen. Die Oper und die Harbour Bridge zeigten sich von der besten Seite.

Die Tage in Sydney genossen wir sehr, wir gingen mit Stefan essen, wurden von ihm und Monique zum Znacht eingeladen, schauten uns die unzähligen Strände von Sydney an, gingen Abends ins Hotel (Hotel = Pub in Australien) und erkundeten den Fischmarkt. Dort gab es ein Sushi- & Austernapéro, ganz nach unserem Geschmack und es schmeckte hervorragend! Nach den drei Tagen zogen Thomas und ich nochmal los Richtung Süden, bevor wir vor Silvester wieder zurück nach Sydney fahren. Unser erster Halt waren die Blue Mountains. Wir wurden am Morgen von einem ohrenbetäubenden Lärm der Zykaden geweckt. So etwas haben wir noch nie gehört. Wenn man den Camper verlies, musste man sich die Ohren zu halten, so laut waren die. In den Blue Mountains wütete kurz vor unserem Besuch ein Waldbrand, aber der Nationalpark ist so riesig, wir haben nicht gesehen, wo es gebrannt hat. Für unseren Geschmack war es zu heiss zum wandern, also machten wir ein paar kurze Spaziergänge und schauten uns die Blue Mountains von den Lookouts an. Von dort fuhren wir in die Hauptstadt Australiens, nach Canberra. Wir wussten, dass die Stadt an sich nicht sonderlich sehenswert ist, aber wir wollten trotzdem hin. Wir schauten uns das Kriegsmuseum und die Gedenkstätte der gefallenen Soldaten an, die in allen Kriegen, bei denen Australien mit von der Partie war, umgekommen sind. Später fuhren wir über die überdimensionierte Promenade zur Nationalgalerie. Allgemein sind die Strassen um Canberra extrem gut ausgebaut und mehrspurig, aber man kommt sich ziemlich einsam vor auf den verlassenen Strassen. Es war so gut wie kein Verkehr vorhanden. War irgendwie komisch. Naja, nach einem halben Tag haben wirs dann auch gesehen und düsten weiter Richtung Mount Kosciosku, mit 2228 m. ü. M, der höchste Berg Australiens. Auf dem Camping im Nationalpark grasten gleich vier kleine Kängurus vor unserer Nase. Wir beobachteten diese herzigen Geschöpfe eine Weile und gingen dann früh ins Bett, da wir am nächsten Morgen um fünf aufstehen wollten. Wir mussten zuerst noch auf den Charlottes Pass fahren und von dort wanderten wir los. Die Berge hier sind sehr flach, aber es war spannend zu sehen, dass es auch in Australien alpine Gegenden gibt. Es war extrem windig, was uns glücklicherweise die lästigen Fliegen etwas abhielt, denn kaum war es kurz windstill, kamen sie wie eine Invasion und waren überall, grauenhaft gruusig!

Die nächsten Tage fuhren wir an der Küste entlang wieder hoch Richtung Sydney. Es gab viele schöne Strände auf dem Weg. Nur war leider das Wetter nicht nach unseren Wünschen. Ein Tag war so heiss, dass wir wie die toten Fliegen auf dem Camping verbrachten und zwischendurch baden gingen und nachher wurde es kühler und regnerisch. An Weihnachten genehmigten wir uns ein Hotelzimmer in Huskisson in der Jervis Bay und da das Wetter wiederum nicht so prickelnd war, genossen wir das Nichtstun mit surfen, fernsehen und lesen. Während dieser Zeit wurde uns auch bewusst, dass wir das reisen im Camper so langsam aber sicher gesehen haben. Wir hatten eine wunderbare Zeit damit und auch nie irgendwelche Probleme, aber wir haben wieder Lust, auf das andere Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, was vielleicht nicht immer so einfach ist, aber für uns durchaus seinen Reiz hat. Deshalb entschieden wir uns, Australien drei Wochen früher zu verlassen und fingen an, alles dafür in die Wege zu leiten. Aber jetzt sind wir noch in Australien. Und es ist Weihnachten. Wir reservierten uns in einem Steak Restaurant einen Tisch. In Australien herrscht in vielen Restaurants BYO (Bring Your Own), das heisst, sie verkaufen keinen Alkohol. Da wir nicht so oft auswärts essen, haben wir das natürlich vergessen. Gott sei Dank war der Bottleshop um die Ecke noch offen. Thomas flitzte schnell hin und besorgte uns eine gute Flasche Wein. Es gab ein feines Festessen dazu mit Austern, Crevetten und einem grossen Mocken Fleisch. Der noch rohe Mocken kam auf einem super heissen Lavastein auf den Tisch, den man ganz nach eigenem Gusteau brutzeln konnte. Hmmmmmmm.

Ansonsten haben wir es gemütlich genommen über Weihnachten. Es war auch nicht so typische Weihnachtsstimmung bei den Australiern, denke ich, weil das Wetter nicht sonderlich gut war, konnten sie nicht die Strände belagern und ihre Grillpartys feiern. Die Sehenswürdigkeiten, die wir noch anschauten, teilten wir uns ausschliesslich mit Indern und Chinesen, sonst waren alle zu Hause am feiern.

Kurz bevor wir wieder nach Sydney fuhren, machten wir zwei Tage Halt beim Bombo Beach, ein kleiner aber feiner Strand und da endlich die Sonne zum Vorschein kam, konnten wir mal wieder einen Tag am Strand geniessen.

Dann freuten wir uns auf die nächsten Tage mit Monique, Stefan und Kyle. Wir hatten die Möglichkeit, mit ihnen auf die Farm von Moniques Eltern zu gehen und dort ein paar Tage zu relaxen. Das Haus und das umliegende Land sind wunderschön. Stefan zeigte uns den ganzen Umschwung mit einem uralten Land Rover. Der erste Abend wurde sehr gemütlich bei atemberaubendem Sonnenuntergang und grillieren. Am nächsten Tag schliefen mal alle eine Runde aus, bevor es ein üppiges Frühstück mit allem gab. Nach dem Frühstück holte Stefan seine zwei Motorräder aus dem Schuppen. Er und Kyle machten eine Runde um das Gelände, bevor Thomas an der Reihe war um zu lernen, wie man so ein Teil fährt. Er hatte den Dreh schnell raus und machte auch eine Runde in Begleitung von Stefan. Ich wollte mir diesen Spass natürlich nicht entgehen lassen und wollte auch lernen, wie man so einen heissen Ofen fährt. Überraschend gut startete ich die Übungsrunden auf der Wiese. Auf dem Schotterweg wurde es dann etwas schwieriger für mich, denn es ging etwas zu steil runter für meinen Geschmack und so glitten das Motorrad und ich sanft zu Boden… Stefan eilte zur Hilfe, nix passiert. Aber es hat extrem Spass gemacht. Ich hatte lange noch ein grinsen im Gesicht (wie mein Bruder als kleiner Junge, wenn er auf dem Chilbikarussel auf dem Feuerwehrauto sitzen durfte). Die Jungs gingen später noch fischen.

Auch am nächsten Tag gingen wir etwas motocrossen und ansonsten lagen wir unter dem riesigen Feigenbaum herum, lasen, relaxten, gingen fischen, spazieren, kochten, assen und tranken und lachten viel. Wir verbrachten drei tolle Tage auf dieser Farm. Thank you veeeeeeeery much Monique and Stefan! We had a great time with you!

Nach der Farm fuhren wir wieder nach Sydney, gingen erst mal eine runde baden und ruhten uns aus, vor dem grossen Silvester Spektakel. Stefans Idee, mit dem Auto zu seinen Freunden, die uns eingeladen haben, zu fahren, erwies sich dann als nicht so erfolgreich, denn jede Strasse, die wir nehmen wollten war gesperrt…  So fuhren die Jungs wieder zurück, um das Auto zu versorgen. Monique und ich trugen das Bier zur Party und wurden prompt aufgehalten, da das ganze Gebiet alkoholfrei war. Aber da wir auf privatem Grund feierten, durften wir es weitertragen…

Wir hatten perfekte Sicht auf das Hafenbecken und die Harbour Bridge. Schon seit dem Morgen sassen die Leute rund um den Hafen, um die besten Plätze auf das Feuerwerk zu haben. Um neun gab es dann schon mal ein „kleines“ Feuerwerk für die Kinder. Das ganze Hafenbecken besteht aus verschiedenen Buchten und in jeder dieser Bucht fand das gleiche Feuerwerk statt, damit alle es sehen können. Um Mitternacht startete das richtige und es war imposant. Vor allem der Schluss, da werden Millionen von Dollar in einer halben Minute in die Luft geknallt, das glaubt man kaum, Sydney war hell erleuchtet.

Die Herausforderung nach dem Feuerwerk bestand dann darin, wieder nach Hause zu kommen. Zum Glück hatten wir Monique und Stefan bei uns. Und statt drei Stunden auf den Zug zu warten, liefen wir mal los. Wir liefen mit tausenden anderen Menschen über die Harbour Bridge (hätten wir das auch noch gemacht) und stiegen schliesslich in einen Zug, der uns fast bis vor die Haustür fuhr. Nach eineinhalb Stunden waren wir dann zu Hause.

Am nächsten Tag verreisten Monique und Stefan und wir durften in ihrer Wohnung bleiben, bis wir wieder fit waren um weiter zu fahren. Der Neujahrstag bestand dann darin, Stefans Internet TV zu strapazieren und wir schauten wieder einmal Serien! Fast eine ganze Staffel Grace Anatomy und zwei Folgen Tatort! Wunderbar!

Dann fuhren wir in einem Schnuuz wieder in den Süden, in die Nähe von Melbourne, um noch die Great Ocean Road zu sehen, eine wunderschöne Küstenstrasse mit imposanten und eindrücklichen Felsformationen, die von Wind und Wasser geformt wurden. Wieder einmal war das Wetter nicht so auf unserer Seite und es war extrem windig und dadurch eher kühl. Vor allem Nachts. Ich musste sogar meine einvakuumierten Fleece Sachen wieder auspacken, von denen wir dachten, die brauchen wir sicher nicht im heissen Australien. Leider wurde deshalb auch nichts mit baden und sönnele, obwohl es wirklich schöne Strände gehabt hätte.

Nach der Great Ocean Road fuhren wir im Landesinnern wieder Richtung Melbourne. Unser erster Stopp war der Grampians Nationalpark, der mit seinen speziellen Stein- und Felsformationen zum Wandern einlud. Auf dem Campingplatz dort tummelten sich wieder die ultrasüssen Wallabies vor unserer Nase.  Nach ein paar Aussichtspunkten und kurzen Wanderungen gings auch schon wieder weiter zu den Hepburn Quellen, wo wir den Nachmittag mit bädelen verbrachten und gegen Abend fuhren wir voller Vorfreude nach Melbourne, denn da werden wir den Match von Roger Federer gegen Jo-Wilfried Tsonga sehen. Am Morgen freuten wir uns als erstes über die Sonne die sich endlich wieder einmal zeigte und am späteren Nachmittag fuhren wir in die Stadt. Auf dem Gelände vom Australian Open sahen wir die Spieler trainieren und per Zufall fand Thomas heraus, dass gerade Marco Chiudinelli sein Qualifikationsspiel spielte. Also suchten wir Court Nr. 12. Dort angekommen, hat das Spiel gerade erst begonnen und wir setzten uns auf die Tribüne. Zufälligerweise setzten wir uns gleich neben Severin Lüthi, der Marco Chiudinelli, oder MC wie er genannt wird, anfeuerte. Es war sehr eindrücklich, wie die Tennis spielten. Wenn man das mal live und so nahe sieht, scheint es fast unmöglich, die Bälle zu treffen. Leider verlor Chiudinelli das Spiel. Wir hielten noch einen kurzen Schwatz mit Severin Lüthi und das gemeinsame Foto durfte natürlich auch nicht fehlen. Er fragte uns sogar, ob wir schon Tickets für den Abend haben. Aber die hatten wir ja bereits. Sympathisch, dass er uns gefragt hat.

Dann war es Zeit, in die Rod Laver Arena zu gehen, wo der Match stattfindet. Es war ein Spiel für die Foundation von Roger Federer für Kinder in Südafrika. Er lud einige seiner Freunde ein, wie z. B. Pat Rafter, Leighton Hewitt und Rod Laver persönlich, mit dem er dann noch, sichtlich nervös, ein paar Bälle hin und her spielte. Der Match gegen Tsonga war sehr unterhaltsam und vor allem war es super Roger einmal live zu sehen. Dass er gewonnen hat, war eher zweitrangig.

Nach Melbourne, wo wir dann nochmal zurückkehren werden, machten wir uns auf, das letzte Highlight mit dem Camper zu besuchen, den Wilsons Promontory Nationalpark. Er liegt an der Küste und hat viele schöne Strände und Wandergelegenheiten. Da wir Glück mit dem Wetter hatten, wählten wir die Strandoption! Der Park war sehr schön und wir haben auch einige der wilden Tiere dort gesehen, wie z. B. das Wombat. Ein sehr amüsantes Tier, das sich mit seinem wuchtigen Körper durchs Gestrüpp wälzt, so nach dem Motto mit dem Kopf durch die Wand. Sie sehen aus, wie überdimensionale Hamster, sehr lustig. Natürlich fehlten auch der schallend lachende Kookaburra und das Wallabie nicht. Am Abend gab es wieder einmal einen Sonnenuntergang vom Feinsten.

Danach fuhren wir wieder zurück nach Melbourne, wo wir unseren Camper abgeben konnten. Wir freuten uns, wieder mit Sack und Pack unterwegs zu sein. Mit dem Zug fuhren wir dann zu Belinda, die uns ein Zimmer in ihrer Wohnung vermietete. Die Wohnung gefiel uns sehr und auch die Lage war auch gut. Mit dem Tram konnten wir zu den Stadien fahren, wo das Australian Open stattfindet. Am ersten Tag hatten wir ein Ticket für die Day Session. Das heisst, um elf begann das erste von drei Spielen in der Rod Laver Arena. Die Stimmung war wunderbar, aber die Spieler kannten wir nicht wirklich. Eine Gruppe von etwa 12 Australiern sorgten zwischen den Ballwechseln für Stimmung. Es ist unglaublich, wie schnell tausende von Leuten plötzlich mucksmäuschenstill sein können. Man getraut sich kaum zu sprechen, während sie am spielen sind. Es waren unglaublich viele Menschen auf dem ganzen Gelände und überall war gute Stimmung. Wir machten noch eine Runde durch all die Aussenplätze und schauten kurz bei ein paar Spielen zu. Aber es war so heiss, so gingen wir lieber wieder zurück in die Arena zu unseren Schattenplatz. Am Abend trafen wir noch Robin, eine Holländerin, die wir auf Fraser Island kennengelernt haben und schauten auf dem Federations Square den Match von Serena Williams.

Für den nächsten Tag kauften wir spontan noch ein Ticket, weil wir Roger nochmal sehen wollten. Die lustige und sehr kreative Fangruppe war auch wieder mit von der Partie. Da Federer gegen einen Australier spielte, war die Stimmung umso besser. Der Gegner von Federer hiess Duckworth und dementsprechend musste er von den Fans einiges ertragen. Sie hatten Entenguugis dabei, quakten, wenn eine Challenge zu sehen war und feuerten „Duckie“ lauthals an und tanzten den Ententanz. Aber ich denke, er ist sich dies gewohnt. Die Australier sind so… Der Match ging klar zu Gunsten für Roger zu Ende. Der richtige Krimi ging dann nachher los. Lleyton Hewitt (Australien) gegen Andreas Seppi (Italien) spielten viereinhalb Stunden über fünf Sätze und es war das ganze Spiel über sehr spannend. Die Arena gleichte einem Hexenkessel. Nicht nur wegen der bombastischen Stimmung, sondern auch wegen der unglaublichen Hitze, es war etwa 43 Grad Celsius!!!! Wir waren sehr froh, wieder einen Platz im Schatten gehabt zu haben, ein grosser Vorteil, wenn man auf den billigen Plätzen sitzt. Ich konnte mir im Traum nicht vorstellen, wie die Spieler in dieser Hitze solche Leistungen erbringen konnten. Vielleicht habt ihr die Diskussionen auch mitbekommen, dass sich einige beklagt haben, es sei zu heiss zum spielen. Eigentlich war es zu heiss, um überhaupt einen Fuss vor die Tür zu setzen. Am Abend freuten wir uns dann auf den Match von Rafa Nadal. Leider gab sein Gegner nach 40 Minuten verletzungsbedingt auf. Der folgende Match von Maria Scharapowa gegen eine ausgeflippte Amerikanerin verfolgten wir nur noch etwa eine halbe Stunde, denn nach den Männerspielen war es vergleichsweise langweilig, den Frauen zuzuschauen und Scharapowas Gestöhne war so etwas von nervtötend… So ging unser Australian Open Abenteuer, auf das wir uns lange gefreut haben, zu Ende und es hat sich mehr als gelohnt! Wir haben es sehr genossen, trotz der Hitze. Danke Mami!

Nun sind wir in Perth, die letzte Station in Australien, und verbringen die Tage noch etwas mit gutem Essen und Stadtbummel, bevor wir morgen nach Singapur fliegen und ein neues Kapitel unserer Reise startet. Wir freuen uns, wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein und vor allem wieder eine andere Mentalität kennenzulernen. Hier in Australien war das Reisen sehr einfach, darum freuen wir uns auf neue Herausforderungen beim erkunden der Gegebenheiten. Wir freuen uns auch sehr, dass wir Möni und Pasci (waren schon mit uns ein paar Tage in Neuseeland unterwegs) in Borneo treffen werden! Voraussichtlich werden wir zusammen den sagenumwobenen Mount Kinabalu besteigen!

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